Rahmengenähte Schuhe

Rahmengenähte Schuhe – Oxford, Derby und Blucher

Zeigen sie einem erfahrenen Schuhfachmann stolz ihre neuen rahmengenähten Schuhe, wundern Sie sich bitte nicht, wenn er an den Sohlen schnuppert: Der Experte ist kein Schuhfetischist, sondern weiß als Kenner: Rahmengenähte Herrenschuhe aus good old England oder sonstwo in Europa sind geruchsfrei, entsprechende Exemplare aus Indien riechen unangenehm. Der Grund: Indische Schuhhersteller haben von den Briten zwar das Können, rahmengenähte Schuhe anzufertigen, übernommen, allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler: Die Sohlen riechen unangenehm, weil in Indien Leder meist noch nach veralteten Methoden gegerbt wird. Original rahmengenähte Schuhe aus Europa sind vollkommen geruchsfrei. Das hat natürlich seinen Preis: Unter 100 Euro ist ein solches Paar Herrenschuhe nicht zu bekommen, im Schnitt müssen 250 bis 350 Euro für ein Paar von guter Qualität veranschlagt werden, je nach Hersteller auch mehr. Dafür erfreut sich der Träger an Tragekomfort, Langlebigkeit und geringer Reparaturanfälligkeit dieses Schuhtyps.

Was genau sind eigentlich rahmengenähte Schuhe? Bei solcherart maschinell gefertigten Herrenschuhen – es gibt auch heute noch von Hand genähte – werden die beiden Bodennnähte auf eine bestimmte Weise miteinander verbunden. Der sogenannte „Rahmen“, ein Lederstreifen von ungefähr 3 Millimetern Breite, wird bei diesem Vorgang mit vernäht. Dabei kommen die Goodyear Aufdoppelmaschine und die Goodyear Einstechmaschine zum Einsatz. Ihren Namen erhielten sie in den 1870er Jahren von ihrem amerikanischen Erfinder Charles Goodyear jr., Sohn des Erfinders des Gummis gleichen Namens. Goodyear welted steht bis heute weltweit als Synonym für rahmengenähte Schuhe.

Die drei Grundformen rahmengenähter Schuhe heißen „Oxford“, „Derby“ und „Blucher“. Ersterer ist dabei ein optisch sehr zurückgenommen wirkender und äußerst schmal geschnittene Herrenschuh für den Gentleman, der auf schlankem Fuß lebt und mit niedrigem Spann lebt. Er wird direkt aus dem Vorderblatt über fünf Löcher geschnürt, während der „Derby“ bequemer und wegen seiner leicht zu öffnenden seitlichen Deckbänder auch für breitere Füße und hohe Spanns geeignet ist. Der Blucher wiederum, benannt nach einem deutschen Feldmarschall, der seinen Soldaten zu bequemem Schuhwerk verhalf, ist eine leicht derbere Variante, auch beliebt als Freizeitschuh. Farblich kann Mann zwischen Schwarz und Braun bzw. Cognac wählen, auch beim Muster gibt es Varianten: plain (ohne Muster), semi brogue (dezentes Lochmuster) und full brogue (ausgeprägtes Lochmuster).

Ausserdem können Sie hier weitere Experten-Tipps, z.B. fuer den Schuhkauf oder die Schuhpflege bekommen.

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